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peter schloss – so wrong it’s right

15. Juni · 18:0014. Juli · 21:00

Optical illusions are a well-known phenomenon. Everybody has already dealt with this: you look at a picture and are completely sure you understand what you see. Of course, you already know that your perception plays a trick on you, you realize that you are looking at something that has been deliberately designed to fool you. Nevertheless, the brain’s automatisms can hardly be overcome – you can only really accept that your perception „lies“ when someone puts a ruler on the image and thus brings a different, more trustworthy size into play. While we usually expose ourselves to optical illusions mostly for entertainment purposes, scientists engage with them to deepen the understanding of the psychological backgrounds of perception. But why does an artist like Peter Schloss do it?

Unlike representatives of Op-Art, Schloss is less concerned with the fascination of optical phenomena themselves. He mixes versions of more or less well-known optical illusions with manipulated duplicates that pretend, as it were, the deception itself. The question of how much truth our perception actually transports is thereby extended to a new level. In addition to the usual contextual and relational aspects of figure and ground, the influence of prior knowledge on the immediate process of seeing suddenly comes into focus – the artist compels us to distrust our abstract judgment of the optical phenomenon as well as our perception. We can no longer just look at the image itself, but rather start to observe seeing and thinking together, in order to arrive at meaningful conclusions about what we perceive.

What Schloss points out to us through playfully confusing our sense of sight is by no means limited to optical phenomena. Rather, we encounter what is experienced here on all levels of perception and communication, and we are constantly exposed to such phenomena in our increasingly complex world: we use all sorts of sources to help us gain an understanding of a reality that without any prior information we could not meaningfully classify. For some we have a direct access – like our own senses – others are only mediated to us indirectly or selected and prepared by second or third hand . But how can one ensure that this information is accurate, and how can we verify that our learned system of distilling a coherent picture from it is correct?

*** micro bio ***

Peter Schloss, *1974, lives in Cologne

http://www.peter-schloss.de

Optische Täuschungen sind ein bekanntes Phänomen. Jeder von uns hat damit schon zu tun gehabt: Du betrachtest ein Bild und bist völlig sicher zu verstehen, was es zeigt. Du weißt natürlich bereits, dass Deine Wahrnehmung Dir einen Streich spielt, Dir ist klar, dass Du etwas betrachtest, das mit Absicht gestaltet wurde, um Dich hinters Licht zu führen. Dennoch lassen sich die Automatismen des Gehirns kaum überwinden – Du kannst erst wirklich akzeptieren, dass Deine Wahrnehmung „lügt“, wenn jemand ein Lineal an die Abbildung legt und so eine andere, eher vertrauenswürdige Größe ins Spiel bringt.

Während wir uns optischen Täuschungen oft bloß zu Unterhaltungszwecken aussetzen, beschäftigen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit ihnen, um das Verständnis der wahrnehmungspsychologischen Hintergründe zu vertiefen. Aus welchen Gründen aber tut es ein Künstler wie Peter Schloss?

Anders als bei den Vertretern der Op-Art geht es bei Schloss weniger um die Faszination der optischen Phänomene selbst. Er vermischt Versionen mehr oder minder bekannter optischer Täuschungen mit manipulierten Doubletten, die sozusagen die Täuschung selbst nurmehr vortäuschen. Die Frage, wieviel Wahrheit eigentlich in unserer Wahrnehmung steckt, wird dadurch um eine neue Ebene erweitert. Neben den üblichen Kontext- und Relationsaspekten von Figur und Grund rückt plötzlich der Einfluß von Vorwissen auf den unmittelbaren Sehprozess in den Fokus – der Künstler zwingt uns, unserem abstrakten Urteil über das optische Phänomen genauso zu mißtrauen wie unserer Wahrnehmung. Wir können nicht mehr bloß das Bild an sich betrachten, sondern müssen vielmehr das Sehen und das Denken darüber gemeinsam beobachten, um zu verwertbaren Schlüssen über das Wahrgenommene zu kommen.

Was Schloss uns anhand seines Verwirrspiels mit dem Sehsinn vor Augen führt, beschränkt sich keineswegs auf optische Phänomene. Vielmehr begegnet uns, was hier exemplarisch erlebbar wird auf allen Ebenen der Wahrnehmung und der Kommunikation, und wir sind dem in unserer zunehmend komplexer werdenden Welt immer stärker ausgesetzt: Wir greifen auf allerlei Quellen zurück, um uns eine Wirklichkeit zu erklären, die wir ohne Vorinformationen nicht sinnvoll einordnen könnten. Zu manchen haben wir einen direkten Zugang – wie die eigenen Sinne – andere sind uns nur indirekt vermittelt oder selektiert und aufbereitet durch zweite oder dritte Hand verfügbar. Aber wie läßt sich sicherstellen, dass diese Informationen zutreffen, und wie können wir prüfen, ob unser erlerntes System, daraus ein kohärentes Bild zu destillieren, überhaupt korrekt ist?

*** micro bio ***

Peter Schloss, *1974, lebt in Köln

http://www.peter-schloss.de

Details

Zeitraum:
Beginn:
15. Juni · 18:00
Ende:
14. Juli · 21:00
Thema:

Veranstaltungsort

Salon Gallery Berlin
Schillerpromenade 2
Berlin, 12049
Website:
https://www.salongallery.berlin

Veranstalter

peter schloss
E-Mail:
peter-schloss@hotmail.de