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Markus Oehlen. Linolschnitte

23. September 2018 · 11:0028. April 2019 · 17:00

Die Linie hat seit den frühen 1980er Jahren, als der Maler und Musiker Markus Oehlen
(* 1956 in Krefeld, lebt und arbeitet in München) als Vertreter der sogenannten „Neuen Wilden“ in Punkmanier den Cross-Over verschiedener Kunstformen erprobte, immer einen besonderen Stellenwert in seinem Werk behauptet. Oehlen entwickelte eine unverwechsel-bare Bildsprache, die sich bis heute aus grafischen Elementen zusammensetzt. Seine Linien-geflechte bilden mal vage erkennbare Körperfragmente aus, mal wirken sie schablonenartig abstrakt. Oehlens mehrschichtig daraus aufgebaute Gemälde entfalten eine fast psychede-lische Wirkung, die an technische Bildstörungen oder an Op Art erinnert.

Markus Oehlens Bilder lassen an Computerästhetik und bildgebende Techniken in den Naturwissenschaften denken. Mit Fragmentierung, Wiederholung und Sampling übernimmt der Künstler Strategien aus Medienkunst und Musik. Dabei sind Oehlens in der Schwebe zwischen Figürlichem und Abstraktem gehaltene Bildwelten nicht digital generiert, sondern mit großer Präzision von Hand gemacht. Bei genauerem Hinsehen erweisen sich seine un-übersichtlichen Kompositionen als Ergebnisse eines sorgfältigen Prozesses von Übertragung und Kombination.

Um 1990 begann Oehlen mit konventionellen grafischen Techniken wie dem Linol-schnitt zu experimentieren, um die Möglichkeiten der Malerei zu erweitern. Einzelne der gedruckten Muster und Motive projiziert er auf die Leinwand und überträgt sie mit Filzstift. Collageartig überlagert er Schicht für Schicht die im Linolschnitt vorformulierten Formen, dann konturiert und akzentuiert er mit Pinsel und Farbe. So grundieren Gitterstrukturen seine Bilder, wie Vorhänge schieben sich in den Bildraum Netze, vor denen durch 3D-Effekte einzelne Linienwulste oder hybride Körper hervortreten.

Die Ausstellung führt Oehlens flirrende Kompositionen auf ihre grafische DNA zurück. Im Zentrum steht eine Suite von 76 Linolschnitten, die in den Jahren 1990-96 entstanden sind und 2006 gedruckt wurden. Hier entfaltet sich Bild für Bild sehr spielerisch Oehlens motivi-sches Panoptikum. Hier lässt sich nachvollziehen, wie Schritt für Schritt eine Form zur anderen kommt, wie sich einzelne Strukturen unter der Hand des Künstlers wandeln und in neue Kontexte überführt werden – ein Pool von grafischen Motiven, die der Maler wie ein Kaleidoskop nutzt und daraus schichtweise neue Bilder aufbaut.

Kurator der Ausstellung ist Fritz Emslander.

Details

Zeitraum:
Beginn:
23. September · 11:00
Ende:
28. April 2019 · 17:00
Thema:

Veranstaltungsort

Museum Morsbroich
Gustav-Heinemann-Str. 80
Leverkusen, 51377
Telefon:
+49 (0)214 85556-0
Website:
http://www.museum-morsbroich.de

Veranstalter

Museum Morsbroich
E-Mail:
museum-morsbroich@kulturstadtlev.de