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François Jacob – Echoes

28. Juni · 18:0024. August · 18:00

Der 1976 in Brüssel geborene François Jacob entwirft in seinen altmeisterlich ausgeführten Gemälden beklemmende Situationen wie Theaterszenen, in denen der Mensch wie eine Marionette in einem grotesken Rollenspiel gefangen zu sein scheint, dessen Charakterbesetzung nicht bekannt ist.

Jacob platziert seine oft mit Kostümen und Requisiten ausgestatteten Protagonisten in einen Bildraum, der fast ohne Tiefenwirkung auskommt und eine melancholische Grundstimmung evoziert. Das Bildgeschehen, unspektakulär und meist auf ein bis zwei Figuren konzentriert, spielt sich daher vordergründig ab, einer Bühnenhandlung gleich, getragen von einer barocken, Hell und Dunkel Effekte kontrastierenden Lichtdramatik. Die Aktion scheint angehalten, wie auf einem Standbild oder einer Momentaufnahme. Aus einem narrativen Gesamtzusammenhang herausgelöst, wird sie von einer geheimnisvollen Suggestivkraft umgeben, ist jedoch nicht näher zu bestimmen.
Häufig werden die Charaktere von einem einzigen Scheinwerfer gnadenlos angestrahlt. Die punktuelle Lichtführung bei Jacob dient einer fast schmerzhaften Sichtbarmachung, wobei die Grenze zwischen privatem und öffentlichem Raum aufgehoben und der Betrachter wie ein Voyeur in den Akt der Zurschaustellung eingebunden ist.
Jacobs Inszenierungen bringen im wörtlichen Sinne etwas „ans Licht“. Sie enthüllen eine „andere Realität“, eröffnen Parallelwelten und gewähren Einblicke in die Abgründe des Seelenlebens. In den wiederholt aufgenommenen Motiven des Verkleidens und Verhüllens wird das Spiel mit Dualitäten demonstrativ aufgeführt. Insbesondere wird der existenzielle Konflikt zwischen Schein und Sein offengelegt, um die Zerrissenheit des Menschen zu thematisieren.

Eine fundamentale Entfremdung findet somit statt und Jacobs Sujets wirken dementsprechend in sich gekehrt und deplatziert. Die wirkmächtigen Werke von François Jacob reflektieren das universelle Schauspiel, die Maskerade menschlichen Daseins und stellen unverhohlen die Ambiguität einer Existenz zur Schau, die sich in „vielen Gesichtern“ manifestiert.

(aus einem Text von Bettina Haiss, 2017)

Details

Zeitraum:
Beginn:
28. Juni · 18:00
Ende:
24. August · 18:00
Thema:

Veranstaltungsort

Thomas Rehbein Galerie
Aachener Str. 5
Köln, 50674
Telefon:
0221-3101000
Website:
www.rehbein-galerie.de

Veranstalter

Sabrina Tesch
E-Mail:
art@rehbein-galerie.de