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Fantasie ist nicht das richtige Wort

22. Juni · 19:007. Juli · 19:00

mit
Christian Aberle
Melas Eichhorn
Björn Saul
Jürgen Tetzlaff
Ruth Weigand

23.6. – 7.7.2019
Eröffnung
22.6.2019, 19 UHR
Öffnungszeiten
Do – So, 15 – 19 UHR

Der Ausstellungstitel wirft direkt eine Frage auf: Was ist denn das richtige Wort? Und das richtige Wort wofür?
Die an der Ausstellung beteiligten Künstlerinnen und Künstler, Christian Aberle, Melas Eichhorn, Björn Saul, Jürgen Tetzlaff und Ruth Weigand, schaffen auf schüchtern-draufgängerische Art Interventionen, Objekte und Bilder, die zwischen dieser Aussage und möglichen Antworten darauf oszillieren.
Wenn Fantasie vor allem meint, innere Bilder und damit eine Innenwelt zu erzeugen, liegt hier bereits eine Differenz, denn es geht eher darum, was die Welt (auf allen Ebenen) sendet, was davon empfangen wird, ob es erinnert wird und wie es verinnerlicht und in Form künstlerischen Ausdrucks zurück-gesendet werden kann: Als Vergleich mit dem, was „echt“ ist, als Verweis, Gegenentwurf, Erweiterung oder ganz einfach Teil davon.

Eine (Gruppen-) Ausstellung ist zunächst eine Verbindung von Gegenständen (Kunstobjekten), deutet aber darüber hinaus eine mentale Verbindung zwischen den Beteiligten an. Für die Ausstellung in der Werthalle, Köln luden Jürgen Tetzlaff und Christian Aberle drei weitere Künstlerinnen und Künstler ein, mit denen sie seit vielen Jahren einen intensiven Austausch haben. Daraus ergibt sich eine Verbindung von fünf Personen,
die (zum Großteil) konzeptuell motiviert arbeiten und sich nicht besonders um Trademark-taugliche Styles kümmern oder gar darum bemühen, selbst einen solchen zu entwickeln und ihn am laufenden Band zu reproduzieren. Vielmehr geht es darum, ein eigenes Bildverständnis zu entwickeln, das ein Repertoire unterschiedlicher Bildsprachen umfasst, die je nach Situation und Verlauf eines Arbeitsprozesses bewusst oder unbewusst zum Einsatz kommen. Für alle Beteiligten ist – Konzept hin oder her – der Umgang mit Material (und ggf. Ort) das Wesentliche.

Viele von Ruth Weigands Arbeiten lösen ein Gefühl der Wiedererkennung aus, das sich jedoch nicht wirklich
fixieren lässt. Dabei sind sie dezent. Jürgen Tetzlaffs Arbeiten leuchten uns finster und Sog-artig entgegen und öffnen von eigenartigen Kreaturen oder Konstellationen bevölkerte Räume, während Melas Eichhorns Interventionen manchmal dermaßen behutsam sind, dass es fast wirkt, als wollen sie zunächst unbemerkt bleiben. Björn Sauls Arbeiten wiederum springen uns förmlich an. Als ihm vor vielen Jahren ein Ausstellungsbesucher mitteilte, seine Arbeit „bereite ihm Schmerzen,“ antwortete er, dass es sich dabei wohl um Wachstumsschmerzen handeln müsse. Die Begegnung mit einem Kunstwerk, das auf beunruhigende Weise an der eigenen Weltsicht kratzt und an die Unbeständigkeit von Gesetzmäßigkeiten und Zuweisungen erinnert, ist auf andere Art intensiv, als in einem Kunstwerk eine verwandte Weltsicht oder Haltung zu erkennen. Sollte das Zusammenspiel der ausgestellten Arbeiten eine Mischung aus beidem generieren – das wäre fein. Als Erweiterung der Ausstellung läuft im Keller als Loop das Video (von Daniel Banowski) zu Christian Aberles
neuem Musikstück Cavecreature. Zur Eröffnung gibt es ein Dj Set von Oliver Struch und Christian Aberle (back2back).

Die Werthalle, eine ehemalige KFZ Werkstatt, ist ein heller, staubiger Raum mit rohem Betonboden, Oberlicht, einem gigantischen, offenen Eingangsportal und trägt deutlich Spuren der Zeit. Industrieheizkörper, Stützen, stählerne Dachträger, sichtbare Kabelkanäle, usw. bevölkern die weiß getünchten Backsteinwände. Hier eine Ausstellung zu realisieren, ist für eine Gruppe von Künstlerinnen und Künstlern, die alle sehr bewusst MIT dem Raum arbeiten, ein außerordentliches Abenteuer – gilt es doch, ihn durch die Arbeiten auf neue Art sichtbar und spürbar zu machen. Und das wird nicht durch Fantasie erreicht, sondern durch Betrachtung, Reflexion und Spielfreude.

Details

Zeitraum:
Beginn:
22. Juni · 19:00
Ende:
7. Juli · 19:00
Thema:

Veranstaltungsort

Werthalle Köln
Moselstr. 68
Köln, 50674

Veranstalter

Christian Aberle
E-Mail:
Christian_Aberle@gmx.de