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Christof John ER RIEF, DASS MAN LICHT NUR MIT LICHT BEGEGNEN KÖNNE

30. August · 19:0012. Oktober · 18:00

Eröffnung Freitag, 30. August 2019, 19 – 22h
Laufzeit 31. August bis 12. Oktober 2019, Öffnungszeiten Do – Sa von 14 – 18 Uhr und auf
Anfrage unter http://www.zerofold.de oder 0178/8474786
Please find English version below

Auf dem Berggipfel stehend, lassen wir unseren Blick über die Landschaft schweifen und können
doch kaum erfassen, was wir bereits auf der Wegstrecke vor Augen gehabt haben müssen. Unser
Blick war abgelenkt, war auf der Suche, hat sich begeistern lassen. Stufe um Stufe haben wir
bezwungen, konzentriert und doch verträumt und plötzlich öffnet sich – ganz oben angekommen –
das Panorama in voller Weite.
Vergleichbar lädt Christof Johns Malerei ein, den Blick in ihr wandern zu lassen, einzutauchen
in abstrakte Anordnungen. Das Grundgerüst seiner Arbeiten sind alltägliche Beobachtungen, die
impulsgebend funktionieren, ob für spätere Kompositionen oder farbliche Zusammenspiele. Der
Künstler arbeitet mit Acryl- und Ölfarbe zumeist auf Holz, das Format wird durch das konkrete
Vorhaben bestimmt.
Farbe, Form, Konstruktion, Expressivität, Zerlegung, Verdichtung, Abschliff, Lasierung,
Schichtung von Ebene über Ebene, Bleistiftzeichnung, Übermalung: alles hinterlässt Spuren.
Christof John trifft während des Malprozesses Entscheidungen, an denen er den Betrachter
scheinbar teilhaben lässt. Die Sichtbarkeit des Prozesshaften ist ein wichtiger Bestandteil
seiner Werke, die dennoch von präzisen malerischen Setzungen bestimmt werden. Zarte,
lasierende oder deckende, kraftvolle Farbschichten, feine oder ruppige Strukturen, hinter
denen etwas aufscheint, sich verbirgt – sie leiten den Blick in die Tiefe, in der sich neue
Räume öffnen.
Zwar dominiert die geometrische Formensprache Christof Johns Gemälde, doch manchmal lässt sich
ein Nachhall von Gegenständlichkeit entdecken. Sogar realen Abbildern gewährt der Künstler auf
ganz eigene Weise ihren Platz neben der gestischen Malerei, wie etwa Pflanzenstrukturen, die
sich schemenhaft im klar konstruierten Bildraum abzeichnen. Erlebnisse oder Momentaufnahmen
aus dem Alltag können nicht nur der Anlass für Kompositionen sein, bei einigen Werken halten
sie zugleich Einzug in die Titel {Ohne Titel (Faro), 2019, Acryl auf MDF}. Nicht nur
klassische Mittel, sondern auch Stoff oder Holz können dabei zum Malmaterial werden.
Korrekturen und Brüche, Verschiebungen und Verwischungen, Schärfe und Unschärfe: Immer wieder
werden Partien geschliffen, neu zusammengesetzt, überlagert. Das Wegnehmen und Abtragen ist
für Christof John zugleich ein additiver Prozess. Alles ist an jeder Stelle möglich. Das
genaue Anschauen ist unabdingbar, nicht nur für den Maler – auch für den Betrachter.
Melanie Grimm

Christof John wurde 1984 in Hannover geboren. Er studierte bis 2012 an der Hochschule für
Bildende Künste Braunschweig bei Walter Dahn. Der Künstler lebt und arbeitet in Köln.

Opening Friday, August 30, 2019, 19 – 22h
Duration 31 August to 12 October 2019, opening hours Thu – Sat from 14 – 18 h and on request
at http://www.zerofold.de or 0178/8474786
Standing on top of the mountain, we let our eyes wander over the landscape and yet can hardly
grasp what we must have had in mind already on the way. Our gaze was distracted, we were
searching, we were inspired. Step by step we conquered, concentrated and yet dreamy, and
suddenly the panorama opens up in full expanse – right at the top.
Similarly, Christof John’s paintings invite us to let our gaze wander in them, to immerse
ourselves in abstract arrangements. The basic framework of his works are everyday observations
that provide impulses, whether for later compositions or colour interactions. The artist works
with acrylic and oil paint mostly on wood, the format is determined by the concrete project.
Colour, form, construction, expressiveness, fragmentation, intensification, abrasion, glazing,
layering from layer to layer, pencil drawing, overpainting: everything leaves traces. Christof
John makes decisions during the painting process in which he apparently lets the viewer
participate. The visibility of the processual is an important component of his works, which
are nevertheless determined by precise painterly settings. Delicate, translucent or covering,
powerful layers of paint, fine or rough structures behind which something appears or hides
itself – they guide the gaze into the depths in which new spaces open up.
Although a geometric formal language dominates Christof John’s paintings, an echo of
representationalism can sometimes be discovered. In his very own way, the artist even grants
real images their place alongside gestural painting, such as plant structures that emerge
schematically in the clearly constructed pictorial space. Experiences or snapshots from
everyday life can not only be the occasion for compositions, in some works they also find
their way into the titles {Ohne Titel (Faro), 2019, Acryl auf MDF}. Not only classical means,
but also fabric or wood can become painting material.
Corrections and breaks, shifts and blurs, sharpness and blurriness: Again and again parts are
polished, newly assembled, superimposed. For Christof John, taking away and removing is at the
same time an additive process. Everything is possible at any point. A close look is
indispensable, not only for the painter – but also for the viewer.
Melanie Grimm
Christof John was born in Hannover in 1984. He studied at the Hochschule für Bildende Künste
Braunschweig with Walter Dahn until 2012. The artist lives and works in Cologne.

Details

Zeitraum:
Beginn:
30. August · 19:00
Ende:
12. Oktober · 18:00
Thema:

Veranstaltungsort

ZERO FOLD
Albertusstraße 4
Köln, 50667
Telefon:
+49 178 8474786 oder +49 221 20465917
Website:
www.zerofold.de

Veranstalter

Birgit Laskowski
E-Mail:
birgit.laskowski@zerofold.de