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Wolfgang Betke Schweigezone

8. Juni 2018 · 8:0017:00

4. Mai – 26. Juni, 2019
Eröffnung: 3. Mai 2019, 19 Uhr

SETAREH GALLERY präsentiert mit der Ausstellung Schweigezone aktuelle Werke des aus Düsseldorf stammenden, seit 1997 in Berlin lebenden Künstlers Wolfgang Betke (*1958). Der graduierte Kunsthistoriker und Philosoph studierte in Hamburg an der HFBK freie Kunst bei Franz Erhard Walther und ist neben seiner Malerei auch performativ sowie als Autor und Dichter aktiv.

Wolfgang Betkes Bilder bewegen sich in einem Spannungsfeld zwischen Abstraktion und Figuration, zwischen Sichtbarem und Undurchsichtigem. In seiner Bildgenese verzichtet Betke bewusst auf Skizzen oder Vorlagen. Seine Bildwelten entstehen in langen und dynamischen Arbeitsprozessen aus sich selbst heraus – aus der Malerei. Wo diese traditionellerweise aufhört, da bemächtigt sich der Künstler der Leinwand mit teils rabiaten Mitteln; schleift, kratzt, verwischt und ätzt um gerade noch Entstandenes wieder zu revidieren, Schichten freizulegen und wieder zu übermalen. In diesen Prozessen von Schöpfung und Zerstörung, von Konstruktion und Dekonstruktion geht Betke teilweise sogar soweit, dass er, unter Einbeziehung eines gewissen Zufallsmomentes, Löcher in der Leinwand entstehen lässt, um dadurch die Grenzen des Bildraumes aufzubrechen. Dabei betrachtet er die sich auftuenden und überlagernden Farbschichten als Ebenen von Zeit, in denen er wie ein Plakatreißer in die Vergangenheit des Abgebildeten zurückkehrt, um in den Malprozess von Neuem einzusteigen.

In einer Reihe von kleinformatigen Werken sehen wir meist im Profil angedeutete Gesichtsfragmente in expressiven, von Pastell- bis zu Neontönen reichenden Farben. Es begegnen uns darin janusköpfige, anthropomorphe Formen, in denen man zudem manchmal das Konterfei des Künstlers selbst erkennen kann.

In seinem großformatigen Werk „Symeon“ (2017) begegnen uns in verschiedene Zonen unterteilt, Bruchstücke von Landschaften, Anklänge von Vegetation, verbunden mit durch eine Schablone aufgetragenen Figurationen (Stencils). Der Titel des Werkes bezieht sich auf den Säulenheiligen Symeon Stylithes aus dem 5. Jh.. Doch immer dann, wenn wir in Betkes Bildern eine Ahnung von etwas Narrativem bekommen, entzieht sich ein solcher Eindruck gleich wieder ins Fragmentarische und schafft Raum für das Davor und Danach sowie für eigene Interpretationen und Emotionen, die uns beim Anblick von Betkes collagierten Bildwelten beschleichen mögen.

Doch vielleicht geht es in Betkes Werken weniger darum, was wir zu sehen vermögen, als darum, was sich unserem Blick entzieht oder nur schemenhaft andeutet, um sich vor unserem inneren Auge zu rekonstituieren. Immer wieder entdecken wir zudem Augen, die aus Betkes Bildern zurückblicken, uns konfrontieren und gleichzeitig miteinbeziehen, um unsere Selbstgewissheit zu hinterfragen – sind es doch immer auch unsere eigenen Gedanken, Vorstellungen und Untiefen, die sich in Betkes Bildern reflektieren.

Vor allem aber gleiten Betkes Werke nicht in einen Illusionismus ab. Stattdessen zeigen sie die Bedingungen und Entstehungsprozesse des Mediums der Malerei selbst; das Auftragen und Entfernen von Farbe auf der Oberfläche, die Zeit und Dauer der Entstehung sowie ein lebendiges Zusammenspiel von Figuration und Abstraktion. Betkes Gemälde zeigen das, was sie sind – eine ausgeprägt körperliche „Sprache“, die die äußere als auch die innere Welt erlebbar macht.

Details

Zeitraum:
Datum:
8. Juni 2018
Zeit:
8:00 – 17:00
Thema:

Veranstaltungsort

Setareh Gallery
Königsallee 27-31
Düsseldorf, 40212
Telefon:
49 (0) 211 8282 7171
Website:
setareh-gallery.com

Veranstalter

Setareh Gallery
E-Mail:
info@setareh-gallery.com