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WENN ICH IHR WÄRE

4. September · 15:0019. September · 19:00

WENN ICH IHR WÄRE

mit: Gesine Grundmann, Gabriele Horndasch, Saskia Niehaus, Martin Kleppe

Gabriele Horndasch hat in den letzten 10 Jahren häufig mit ausrangierten Leuchtbuchstaben gearbeitet; z.b. hat sie im JKI Köln 2011 „Satter Rap im Gebüsch erkoren – Sing von Nippon braver Wuenscher“ gezeigt oder in Brühl 2013 „Kigilser Penön“.
Bei der für St. Gertrud entwickelten interaktiven Installation „ercedes enz“ geht sie weiter. Die Buchstaben sind in Kopfhöhe auf Stahlrohre platziert.
Horndasch beraubt den Schriftzug seiner Initialen und versieht die einzelnen Leuchtbuchstaben mit einer leuchtenden Rückseite. Wenn man sich der Installation nähert, beginnen die Lettern erst zu leuchten und dann, sich langsam zu drehen.
Wenn man sich entfernt hat, geht langsam das Licht aus, und die Lettern bleiben wieder stehen.
Es entsteht eine gewisse Verwirrung: der berühmte Schriftzug, durch die Drehung auf rätselhafte Weise seiner Linearität beraubt, sorgt dafür, dass neue Buchstabenkombinationen assoziiert werden. GH sagt dazu: „Die Namen sind die ältesten Bestandteile unserer Sprache. Oft ist es passiert, dass auf einem Stein mit eingemeißeltem Namen eine Ecke abgebrochen ist, und auf diese Weise die Namen
verändert überliefert wurden. So etwas Ähnliches muss auch mit „ercedes enz“ passiert sein…“

„Gesine Grundmann ist Bildhauerin und Konzeptkünstlerin und mit ihren Beiträgen im weitergehenden Sinne Archäologin und Soziologin. Bei aller intentionalen Verschiedenheit der einzelnen Arbeiten nimmt sie durchgehend die Rolle der zupackenden Beobachterin ein, die ihre Sujets sozusagen seziert und in ihrer Verfasstheit definiert, in der Umsetzung aber noch ein Anderes anspricht.“ (Dr. Thomas Hirsch).
In der Ausstellung platziert sie einen Gastro-Gefrierschrank auf dem gepflasterten Boden. Das Readymade kontrastiert gleichermaßen mit dem ihn umgebenden Raum als es mit ihm korrespondiert. Der Klang des durch Kontaktmikrophon und Mischpult verstärkten Edelstahl-Monolithen hüllt den Innenraum des Baus mit seiner eigentümlichen Akustik ein.
Innen leer, spiegelnd und kühl. Davor und korrespondierend dazu liegt ein überdimensioniertes, weiß-marmorähnliches Ei auf der schwarzen Bahn eines halb entrollten, langreckeckigen Tanzbodens.
Auf dem Fensterbrett des großen Westfensters liegen ihre „Emu-Eier im Messingkettensack“. Acht Stück an der Zahl wird eines von Zeit zu Zeit durch einen nicht sichtbaren Elektromagneten leicht bewegt. Durch ein Loch in je zwei weiteren Eiern blinkt von gelegentlich eine farbige LED.

„Martin Kleppe hat den banalen, unscheinbaren, allgegenwärtigen Werkstoff Beton in einem jahrelangen Prozess zu einer einzigartigen Zartheit entwickelt, die in spannungsvollem Widerspruch zur Erwartungshaltung der Betrachter steht.“ (Karin Barth)
Hier zeigt er eine filigrane Betonschale aus Carbontextil verstärktem Beton, gleichsam aufgeschnittener Stein oder Muschelschale: innen schillernd, glatt poliert, dunkel wie der unendliche Nachthimmel, außen rau, hell, fassbar und begrenzt. Betrachtet man den Raum als Negativform eines Berges und die gefaltete Decke als Grenzfläche zum Himmel so braucht es z.B. ein Wasserbecken, einen Gebirgssee, in dem sich letzterer spiegelt.
Geometrisch handelt es sich hier um eine Ellipse, deren zwei Mittelpunkte zu einem verschmelzen. Als Körper im Dreidimensionalen dreht und pendelt die Form von der Kugelkallotte im Zentrum um den ovalen Rand wo sie immer in der Senkrechten endet.
Auch die Form der solitären Skulptur neben dem Altar ist symmetrisch. Aus dem im Barock vor allem in Kirchen sehr beliebten Stuckmarmor gefertigt, erinnert sie vielleicht an ein Organ, eine Mohnknospe…..das Inkarnat, als großer polierter Stein umgeben von der felsigen Materie des Raumes.

„In den individuellen Mythen von Saskia Niehaus scheinen die archetypischen Bilder von Zuständen des menschlichen Seins auf, die sie in ihrer ganz eigenen und erkennbaren Ästhetik zu einem großen Ganzen verbindet. Unbeeinflusst von jeglichen Zeitströmungen und Trends erschafft sie ihr kreatürliches Universum in zeichnerisch, malerisch und bildhauerisch beeindruckender Brillianz.“( Dr. Katja Lambert, 2020)
An den Wänden der Krypta befinden sich, paarig angeordnet, 14 helle Schatten, dort wo einst die 14 Stationen des Kreuzweges hingen. Diese Positivschatten bilden den Ausgangspunkt für die Installation „Schattengedeck“ von Saskia Niehaus. Sie platziert sieben aufeinander bezogene Bilderpaare als Fries angeordnet unter die hellen Bilderspuren.
Demgegenüber befinden sich 14 plastische Arbeiten auf verschiedenen als Sockel dienenden Tellern, Untertellern und Schüsseln. Die Arbeiten werfen kreatürliche Fragen zum Sein in der irdischen Sphäre auf und bieten Anlass sich ihnen fühlend zu nähern. Sie können individuell mit bereitgestellten LED – Taschenlampen ausgeleuchtet und betrachtet werden, so dass die Feinheit ihrer Oberfächenschichten deutlicher zum Vorschein kommt und der Schattenwurf ihre Lebendigkeit steigert.

WENN ICH IHR WÄRE

mit: Gesine Grundmann, Gabriele Horndasch, Saskia Niehaus, Martin Kleppe

4. – 19. September 2021

St. Gertrud, Krefelder Str. 57, 50670 Köln

Ausstellungseröffnung: Samstag, 4.9.2021, 15 – 19 Uhr
Einführung: Dr. Doris Krystof, 15:30 Uhr

Öffnungszeiten: Donnerstag – Sonntag 15 – 19 Uhr
Tag des offenen Denkmals: 11.9. + 12.9. 12 – 19 Uhr

und nach Vereinbarung +49 (0)177 3351847 oder info@saskianiehaus.de

Details

Zeitraum:
Beginn:
4. September · 15:00
Ende:
19. September · 19:00
Thema:

Veranstaltungsort

St Gertrud Kirche + Kultur
Krefelder Str. 57
Köln, 50670
Telefon:
0177 3351847
Website:
https://m.facebook.com/sanktgertrud/?locale2=de_DE

Veranstalter

Gesine Grundmann
E-Mail:
mail@gesinegrundmann.org