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so soft, so smooth, so cool

6. September · 18:0015. September · 18:00

KÜNSTLER
Phoebe Hartmann, Jonny Isaak, Alissa Lillepea, Sascha Marouf, Alice Musiol, Nina Rezagholinia, Daniela Risch, Volker Saul, Eugen Schilke, Anna Schütten, Strahinja Skoko, Luise Unger

Soft as the bed in the earth
Where a stone has lain –
So soft, so smooth and so cool,
Spring closes me in
With her arms and her hands. (William Carlos Williams)

Die Gruppenausstellung so soft, so smooth, so cool, die 12 zum Teil ganz unterschiedliche künstlerische Positionen unter diesem Titel vereint, reflektiert unsere Wahrnehmung der visuell erfahrbaren Welt und hinterfragt dabei die Kategorien von Sichtbar und Unsichtbar, Licht und Dunkelheit, Bild und Abbild. Der Ausstellungstitel, dem Gedicht „The Shadow“ von William Carlos Williams entlehnt, nimmt den Schatten sowohl als Metapher für das unstete Abbild eines realen Körpers als auch als Sinnbild für die Kunst und ihr Spiel mit dem Betrachter.

Über verschiedene Medien (Installation, Malerei, Objekt, Skulptur, Zeichnung, Video) und künstlerische Ansätze wird der Schatten im Kunstverein Koelnberg von den Künstler*innen als thematischer Zugang eingesetzt, um das Feld seiner methodischen Möglichkeiten und Assoziationen auszubreiten. Der Schatten ist immer instabil, temporär und flüchtig, er wandelt sich in seinen Konturen und seiner Stärke. In seiner unbedingten Abhängigkeit vom Licht kann er als dessen Gegenpart etwas Dunkles, Unheimliches und Bedrohliches bedeuten, er kann das Selbstbild mit all seinen Verformungen, Verwischungen oder Verzerrungen darstellen, wie in der installativen Malerei von Anna Schütten (*1989), als Zwischenform des Anwesenden und Abwesenden Zweifel und Unsicherheit bedeuten, wie in der Arbeit von Alice Musiol (*1971); er kann in der Malerei eine vage Ahnung von Gegenständlichkeit hervorrufen (Nina Rezagholinia *1989), das Bild rätselhaft verschleiern (Alissa Lillepea *1979), Ambivalenzen und traumhaft gebrochen, versteckte Stimmungen bedeuten (Phoebe Hartmann *1986) oder aber in vager Dunkelheit verweilen und neue Zusammenhänge aufleuchten lassen (Jonny Isaak *1989). Er kann aber auch ganz konkret und gegenständlich werden. Luise Unger (*1956) verleiht dem Thema mit einer gestrickten Arbeit, die extra für den Ausstellungsraum entsteht, eine neue zarte Körperlichkeit: konkret fassbar, doch gleichzeitig so transparent und fein, dass auf den ersten Blick die Frage offenbleibt, ob es sich um eine Skulptur oder doch eher einen Schatten davon handelt. Das Spiel mit dem Material, mit Formen und deren gleichzeitiger Auflösung, Überlagerung und Verschiebung, mit Schärfe und Unschärfe zeigt sich auch in den Typewriter-Drawings von Daniela Risch (*1969), während eine großflächige Installation aus Plastilin von Eugen Schilke (*1984) den Schatten der Erinnerung an vergangene Kindheitstage aufleben – und materialbedingt – auch wieder zerfallen lässt.

Fast immer ist es auch eine nebelhafte, diesig getrübte Farb(los)igkeit, die zwischen hell-transparent bis tiefschwarz reicht, welche die Arbeiten kennzeichnet und ihnen mitunter eine melancholische Note verleiht. Ironisch gebrochen wird die bisweilen schwere Dunkelheit und ihre Metaphorik in dem Readymade von Sascha Marouf (*1983) und in eine andere, abstrakte Welt führen die fast märchenhaften Schattenriss-Landschaften in den Filmarbeiten von Volker Saul (*1955), deren opake schwarze Flächigkeit ein vages Gefühl der Nostalgie aufkommen lassen, obwohl die Formen in ihrer Mehrdeutigkeit keinerlei Bestimmung zulassen. Auch die Installation aus bestickten Fotodrucken von Strahinja Skoko (*1991) offenbart zwar Anklänge an die Natur, lässt zugleich aber jede konkretere Zuordnung unbestimmt im Dunkel.

Die einzelnen Arbeiten verdichten und ergänzen sich gegenseitig zu dem gemeinsamen Thema, sodass sie sich im Ausstellungsraum zu einer assoziativen Erzählung verweben. Die immer wiederkehrende Vieldeutigkeit zeigt das Unberechenbare und Sporadische, das Schemenhafte und Rätselhafte des Schattens in der Ausstellung maßgeblich auf und gibt dem Betrachter damit nicht so sehr die Aufgabe des Entschlüsselns als vielmehr die des sich-Einfindens an die Hand.

Die Ausstellung, die sich aus einem generationenübergreifenden Künstler*innenkollektiv zusammensetzt und auch von diesem frei kuratiert wurde, wird vom Kulturamt der Stadt Köln gefördert.

(Dr. Ann-Katrin Günzel)

Öffnungszeiten: Mi-So, 14-18 Uhr

DC Open: 06-08.09.2019
Fr, 18-22 Uhr
Sa, 12-20 Uhr
So, 12-18 Uhr

Details

Zeitraum:
Beginn:
6. September · 18:00
Ende:
15. September · 18:00
Thema:

Veranstaltungsort

Kunstverein Koelnberg e.V.
Aachener Str. 66
Köln, 50674
Website:
http://kunstverein-koelnberg.de

Veranstalter

Alice Musiol
E-Mail:
alice.musiol@gmail.com