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Olga Jacob CLOSE BY

31. Mai · 19:0013. Juli · 18:00

Olga Jakob
CLOSE BY
Eröffnung ZERO FOLD Albertusstraße 4, 50667 Köln
Freitag, 31. Mai 2019, 19 – 22h, Laufzeit 1. Juni bis 13. Juli 2019
Close by, Close up, close… Nähe, sich nähern, nah dran sein, konfrontiert sein, eintauchen,
entdecken, wahrnehmen. Wie der Titel der Ausstellung von Olga Jakob sagt, verlangen ihre Arbeiten
danach, ‚näher‘ zu kommen, sie zu studieren, ihre Struktur mit den Augen nachzufühlen,
nachzuzeichnen. Olga Jakobs Werke fordern den Betrachter dazu auf, ihrer Materialität auf den Grund
zu gehen, die einzelnen Materialien in den Arbeiten in ihrer Verflechtung zu erkennen, um als Ganzes
über sie nachzusinnen und über sie zu sprechen, und auf diese Art neue ‚Fäden zu spannen’.
Textilien, Stoffe, Papier, Farben sind die wichtigsten Protagonisten in Olga Jakobs Werken. Dabei
handelt es sich fast ausschließlich um textile Materialien, mit denen jeder Mensch tagtäglich
konfrontiert ist. Wir sind umgeben und eingehüllt von Textilien, mit einer Unmittelbarkeit, die für
Jakob den Ausgangspunkt ihres künstlerischen Schaffens begründet.
Reste industrieller Textilien, alte Werbeprospekte, in großer Masse ausgeworfene und oft in
kürzester Zeit wieder als bedeutungslos erachtete Produkte unserer schnelllebigen Alltagskultur.
Diese visuelle und textile Überflutung der aktuellen Konsumindustrie wird von Olga Jakob
aufgegriffen, indem sie den Textilien mit einer neuen ästhetischen Wertschätzung gegenübertritt,
sich mit diesen in eine kritische Auseinandersetzung über deren Ursprung begibt und schließlich
einen neuen Kontext und eine andere Bedeutung für sie in ihren Bildwerken generiert.
Raum, Zwischenraum, Räume eröffnen oder verschließen, Oberflächen, Rückseiten, Inhalt und Hülle,
Vordergrund und Tiefendimension. Die Arbeiten vereinen in sich eine immense Spannbreite an visuellen
Eindrücken und erforschen vielfältige plastische Neuinterpretationen des klassischen Bildes auf
Keilrahmen. Gazestoffe, die von feinen eingewebten Textilfäden durchzogen sind, bilden eine der
aktuellen Werkgruppen in den Arbeiten von Jakob. Je nach Farbigkeit und Bearbeitung und in hoher
Abhängigkeit vom wechselnden Lichteinfall wirken diese großformatigen textilen Farbflächen fragil
und sensibel oder expressiv, massiv und in sich dynamisch. Die ‘schwarzen‘ Arbeiten aus dieser
Werkreihe können sich als modular zusammengefügte Einzelwerke zu großformatigen Gesamtkompositionen
zusammenfügen und eine rhythmische visuelle Landschaft entfalten, aber auch für sich stehend
spannende Bild- und Raumeindrücke eröffnen.
Der schwarze Grundstoff wird von wellenartigen, glänzend changierenden Linien durchzogen. Sie winden
sich an ‚offenen Fenstern‘ vorbei, die durch das Heraustrennen der eingewebten Faserstränge aus dem
Gazestoff entstanden sind. Auf diese Weise entstehen Räume, die den Betrachter fast magisch anziehen
und Fragen über das ‚Dahinter‘ oder ‚Dazwischen‘ aufwerfen.
Die Arbeiten, in denen Jakob größere Flächen des transparenten Gazestoffs freilegt und auf diese
Weise mit Raum- und Bilddimensionen spielt, erinnern an Rauminstallationen des US-amerikanischen
Künstlers Robert W. Irwin. Die Werke lassen durch die Transparenz des Stoffes eine Illusion von Raum
und Zwischenraum entstehen, für die die Gaze als eine Membran zwischen Schein und Wirklichkeit
fungiert.
Durch die Verwendung der unterschiedlichsten Materialien, Formate und Farbigkeit besitzen die
Arbeiten der Künstlerin mal mehr einen installativen, einen Gemälde- oder einen plastischen, beinah
bildhauerischen Charakter. Dies zeigt sich vor allem in der Werkgruppe der monochrom wirkenden
Bildreliefs. Diese Reliefs arbeitet Jakob aus Stoffen heraus, die mit in Kleister eingeweichtem
Seidenpapier aus recycelten Papieren überzogen sind. Das ‚Innere‘, das ‚Skelett‘ des jeweiliges
Bildes wird wie von einer Haut durch die sensibel und fragil anmutende Papierschicht bedeckt,
verhüllt, bewahrt und geschützt.
Auch bei diesen Werken wird das Wesen der Arbeiten von Jakob deutlich, indem sie plastisch gewordene
Fragen zu Materialität, Räumlichkeit und Alltagskultur an den Betrachter richten.
Olga Jakob wurde 1985 in Kiew geboren. Sie studierte an der Universität Köln, an der Weißensee
Kunsthochschule Berlin und bis 2015 in der Meisterklasse von Prof. Helmut Dorner an der Staatlichen
Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe. Aktuell lebt und arbeitet Olga Jakob in Köln.
Pia Nika Dziedzitz

Öffnungszeiten Do – Sa von 14 – 18 Uhr und auf Anfrage unter http://www.zerofold.de
Please find English version below

Olga Jakob
CLOSE BY
Albertusstraße 4, 50667 Cologne, Germany
Opening Friday, 31 May 2019, 19 – 22h, running time 1 June to 13 July 2019
Opening hours Th – Sa from 14 – 18 o’clock and on request under http://www.zerofold.de
Close by, close up, close… Closeness, approaching, being close, being confronted, diving into,
discovering, perceiving. As the title of Olga Jakob’s exhibition says, her works demand to come
‚closer‘, to study them, to feel their structure with one’s eyes, to trace it. Olga Jakob’s works
invite the viewer to get to the bottom of their materiality, to recognize the individual materials
in the works in their interweaving, to reflect on them as a whole and to talk about them, and in
this way to ‚pull strings‘.
Textiles, fabrics, paper, colors are the most important protagonists in Olga Jakob’s works. These
are almost exclusively textile materials with which every human being is confronted on a daily
basis. We are surrounded and enveloped by textiles, with an immediacy that for Jakob establishes the
starting point of her artistic work.
The remnants of industrial textiles, old advertising brochures, products of our fast-moving everyday
culture that have been ejected in large quantities and often considered meaningless again within the
shortest time.
Olga Jakob takes up this visual and textile inundation of the current consumer industry by
confronting these textiles with a new aesthetic appreciation, entering into a critical examination
of their origins and finally generating a new context and a different meaning for them in her visual
works.
Space, interspace, opening or closing spaces, surfaces, reverse sides, content and shell, foreground
and depth dimension. The works combine an immense range of visual impressions and explore diverse
plastic reinterpretations of the classical picture on stretcher frames. Gauze fabrics, interwoven
with fine textile threads, form one of the current work groups in Jakob’s works. Depending on their
colourfulness and processing and depending to a great extent on the changing incidence of light,
these large-format textile colour surfaces appear fragile and sensitive or expressive, massive and
dynamic in themselves. The ‚black‘ works from this series of works can be put together as modular
individual works to form large-format overall compositions and unfold a rhythmic visual landscape,
but they can also open up exciting pictorial and spatial impressions standing on their own.
The black basic material is interwoven with wave-like, brilliantly iridescent lines. They wind their
way past ‚open windows‘ created by separating the woven fibre strands from the gauze. In this way,
spaces are created that almost magically attract the viewer and raise questions about the ‚behind‘
or ‚in between‘.
The works in which Jakob exposes larger areas of the transparent gauze fabric and thus plays with
spatial and pictorial dimensions are reminiscent of spatial installations by the American artist
Robert W. Irwin. Through the transparency of the material, the works create an illusion of space and
interspace, for which the gauze functions as a membrane between appearance and reality.
Through the use of the most diverse materials, formats and colors, the artist’s works sometimes have
an installative, a paintinglike or a plastic, almost sculptural character. This can be seen above
all in the group of works of the monochrome-looking pictorial reliefs. Jakob works these reliefs out
of fabrics covered with tissue paper soaked in paste and made of recycled paper. The ‚inside‘, the
’skeleton‘ of the respective picture is covered, veiled, preserved and protected as if by a skin
through the sensitive and fragile paper layer.
In these works, too, the essence of Jakob’s work becomes clear, in that they address questions about
materiality, spatiality and everyday culture to the viewer that have become vivid.
Olga Jakob was born in Kiev in 1985. She studied at the University of Cologne, at the Weißensee
Kunsthochschule Berlin and until 2015 in the master class of Prof. Helmut Dorner at the Staatliche
Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe. Olga Jakob currently lives and works in Cologne.
Pia Nika Dziedzitz

Details

Zeitraum:
Beginn:
31. Mai · 19:00
Ende:
13. Juli · 18:00
Thema:
,

Veranstaltungsort

ZERO FOLD
Albertusstraße 4
Köln, 50667
Telefon:
+49 178 8474786
Website:
www.zerofold.de