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Nadja Nafe – Für den Moment

16. Juni · 12:0018:00

18. Mai- 16. juni 2018

Nadja Nafe ist eine Malerin auf der stetigen Suche nach Möglichkeiten und Grenzen der Malerei, immer ausgehend von der Linie und der gemalten Fläche. Das Prozesshafte und die Bedingungen der Bildentstehung sind in ihren Werken ablesbar und werden in einem Spannungsverhältnis von Aufbau und Auflösung, von Konstruktion und Dekonstruktion erfahrbar.

Nafes Bildwerke laden den Betrachter ein, durch malerische Überlagerungen, hauchdünne Lasuren, Verschleierungen und Farbschichtungen hindurch zu blicken. Sofern man denn gewillt ist hinter das vordergründig Sichtbare zu schauen, lässt man sich ein in diese malerischen Tiefen, so eröffnen sich lebendige Zwischenräume, Aus-Schnitte, faktische und fiktive Ein-Blicke. Kontrastreiche Farbbegegnungen, dynamische Bewegungsströme und organische Formen dienen als abstrahierte Verweise auf Objekte, Lebewesen oder die Natur an sich. Dieses Aufschichten und Freilegen „schafft zwei gegenläufige Empfindungen: Farben und Formen werden dadurch gleichzeitig sowohl besonders betont, als auch abgedämpft. Wie diese wirken, ist letztlich nicht nur kontextabhängig im Bild, sondern auch geprägt von gesellschaftlichen und kulturellen Aspekten, ebenso wie eigenen Erfahrungen und Überlegungen“, so Nadja Nafe. In einem konstanten Wechselspiel von bewegten und statischen Bildelementen kreiert die Künstlerin einen Erfahrungsraum aus zweidimensionaler Fläche und suggerierter Räumlichkeit, visueller und haptischer Darstellung, Ober-Fläche und durchdrungener Körperlichkeit.

Als Erweiterung des Zeichnungsbegriffs verhandelt die Künstlerin mit der retrospektiv anmutenden Technik des Scherenschnitts und die dabei entstehenden Silhouetten bzw. verbleibenden Umrisse gegenwärtige Fragen zu Präsenz und Flüchtigkeit und diskutiert den Bildraum als skulpturales Objekt. Die künstlerische Strategie des Schnittbildes beinhaltet medienästhetische Qualitäten, die sich im Spiel mit Licht und Schatten, in der Interaktion von positiver und negativer Form und in der Perzeption von Präsenz und Absenz zeigen. Nafe verweist zudem durch die teilweise serielle Erscheinung des Ornaments in ihrer Malerei auf die semantischen und symbolischen Dimensionen dieses Mediums: das Ornament als tradierte Erkenntnisform eines kollektiven Bildgedächtnisses, in welches sich ein vermitteltes Wissen einzulagern vermag.

Nadja Nafe schafft durch ihre raumbildenden, raumverändernden Kunstwerke, sei es in der Malerei oder Collagetechnik, unmittelbare Wahrnehmungssituationen und erweitert mittels der Trias ‚Zeit, Raum, Form‘ den klassischen Malereibegriff. Die ihrer Arbeit zugrundeliegenden, konstituierenden Elemente Farbe, Form, Fläche und Material bringt sie in ein schwebendes Verhältnis, lässt dabei aber bewusst Leerstellen/Zwischenräume offen. Doch es sind nicht die Leerstellen, mit denen uns die Künstlerin konfrontiert. Sie konfrontiert uns mit dem, was diese Leerstellen umgibt und bringt somit Sichtbares und Denkbares in Verbindung.

Weil jede Leere eine Fülle ist. Weil Nichts keine Form hat.

Zumindest Für den Moment.

Details

Zeitraum:
Datum:
16. Juni
Zeit:
12:00 – 18:00
Thema:
,

Veranstaltungsort

Setareh Gallery – Galerie Hohe Straße
Hohe Straße 53
Düsseldorf, 40213
Telefon:
+49 (0)211 8282 7171
Website:
www.setareh-gallery.com

Veranstalter

Laura-Sophie Giorgio
E-Mail:
info@setareh-gallery.com