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Italienbilder 15. SEPTEMBER – 27. OKTOBER 2019 – Unter der Schirmherrschaft von: DOMiD e.V. – Dokumentationszentrum und Museum über die Migration in Deutschland Italienisches Kulturinstitut Köln

15. September · 15:0021:00

ROSANNA D’ORTONA, FRANCESCA MAGISTRO, LUISA ZANZANI,
ITALIENBILDER, 15. SEPTEMBER – 27. OKTOBER 2019
ERÖFFNUNG:
Sonntag, 15. September ab 15 Uhr in Begleitung von Aurora Rodonò und Sandra Vacca (DoMiD e.V.)
ÖFFNUNGSZEITEN: Donnerstags 15 – 19 Uhr und nach Vereinbarung
FINISSAGE:
Sonntag, 27. Oktober 15 – 18 Uhr
PROJEKTRAUM FOTOGRAFIE, Huckarder Straße 8-12, 44147 Dortmund, Tel. 0231 5896253

Unter der Schirmherrschaft von: DOMiD e.V. –
Dokumentationszentrum und Museum über die Migration in Deutschland
Italienisches Kulturinstitut Köln
Ein Ausstellungsprojekt des Fotoraum Köln e.V.
Gefördert durch: Kulturamt der Stadt Köln
Mit freundlicher Unterstützung von: Art Initiative Cologne AIC
Kölner Kulturpaten
Megalab Bildkommunikation

Der Projektraum Fotografie präsentiert Arbeiten der Kölner Fotografinnen Rosanna D’Ortona, Francesca Magistro und Luisa Zanzani zum Thema ihrer gemeinsamen italienischen Herkunft. Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft von DOMiD e.V. – Dokumentationszentrum und Museum über die Migration in Deutschland und dem Italienisches Kulturinstitut Köln. Wir freuen uns Sandra Vacca (DOMiD) zur Eröffnung begrüßen zu dürfen wie auch Aurora Rodonò, die beide einleitende Worte zur Ausstellung und zum Museum sagen werden. Im Rahmen der Ausstellung ist ein Katalog entstanden mit Texten von Francesca Della Ventura (Kunsthistorikerin und -journalistin) und Aurora Rodonò.
„Ausgehend von ihren eigenen Beziehungen zu Italien und ihren jeweiligen Migrationsgeschichten, die sich zwischen Deutschland und Italien abspielen, arbeiten Francesca Magistro, Rosanna D’Ortona und Luisa Zanzani motivisch und legen jene kleinen (im Sinne einer minoritären Geschichte), leisen und zauberhaft kargen Italienbilder übereinander, die sie in den kollektiven Gedächtnissen ihrer Familien aufspüren.
(…)Ihre Geschichten sind Inneneinsichten, berührende „unspektakuläre“ Meditationen – eine Spurensuche zwischen Nähe und Distanz, zwischen Sehnsucht und Abwehr, ein Aufsuchen der eigenen Verfasstheit, ausgehend von der Erfahrung der Migration. (…)
In den weiblichen Blick eingelassene Erinnerungsbilder scheinen auf, innerhalb derer sich verschiedene Zeitlichkeiten und Räumlichkeiten zwischen Italien und Deutschland ineinander blenden, und die einen dritten Raum aufmachen, während sie das Unspektakuläre des Alltags mit der Kamera befragen. Es entstehen poetische Miniaturen, die weit über eine autobiografische Archäologie hinausreichen und das Transzendentale einer jeden Existenz umspielen. Zauberhaft, kraftvoll und berührend.“ Aurora Rodonò, Auszüge aus dem Katalogtext

D’Ortona gehört zur ersten Generation der so genannten Gastarbeiter-Kinder. Das Herkunftsland der Eltern kennt sie nur idealisiert und nostalgisch aus Fotografien, Urlauben und Erzählungen. So hatte sie auch ihre dort lebende Großmutter kennengelernt. Kurz nach dem Tod der „Nonna“ wird deren bäuerlich klischeehafte Liebe zu Stoffen und Kleidung Ausgangspunkt der inszenierten Selbstportraits in den Kleidern der Großmutter.

Als Francesca Magistro elf Jahre alt war, erkrankte ihre Großmutter, die für sie in den ersten Lebensjahren die Mutterrolle übernommen hatte, an einem Hirntumor. Als Francescas Mutter auf die Diagnose der Ärzte wartete, schrieb sie ihrer Tochter einen Brief, in dem es um Verantwortung, Liebe und Ängste, übers Erwachsenwerden genauso wie übers Älterwerden geht. Als Elfjährige verstand Magistro den Inhalt des Briefes nicht, doch als sie schließlich selbst Mutter wurde, beschäftigte sie sich wieder mit dem Brief und der Frage, welche Rollen diese drei Frauen als Töchter, Mütter und Großmütter eingenommen haben, wie Erinnerungen funktionieren und welche Funktion die Fotografie dabei haben kann. In ihrer Installation „You are there to replace me“ vermischt sie alte Familienfotos mit eigenen Aufnahmen, so dass auch die Identitäten der Protagonisten immer mehr zu verschwimmen scheinen.

Zanzanis Arbeit widmet sich ihrer Herkunftsregion Emilia-Romagna, die sie vor über 10 Jahren verlassen hat und nun, aufgrund der zeitlichen und räumlichen Distanz, neu entdeckt. Die emotionale Annäherung unterwandert sie subtil durch ihre sachliche, zeitlose Bildsprache.

Die Künstlerinnen sind Teil des Fotoraum Köln e.V., Ausstellungsplattform für zeitgenössische Fotografie und Teil der freien Kunstszene Köln seit 2002.

Rosanna D’Ortona wurde 1977 in Esslingen am Neckar geboren, wo sie auch ihre Kindheit verbrachte. Die Italienreisen in den Heimatort ihrer Eltern prägen sie seit ihrer Kindheit und bieten ihr sehr früh die Gelegenheit, über ihre eigene Identität und ihre Beziehung zum Land ihrer Familie nachzudenken. D’Ortona war für das Magazin Ohrenkuss (2005 – 2010) und das KUNSTHAUS KAT18 (2012 – 2014) tätig. Aktuell gehört sie dem kuratorischen Team des Fotoraum Köln e.V. (seit 2011) an und ist Beirat im mixed-able Künstlerkollektiv X-SÜD (seit 2015). Die AIC – Art Initiatives Cologne, die Interessenvertretung der freien Szene Bildende Kunst in Köln, vertritt sie seit 2018 als Vorständin. Eigene künstlerische Projekte entstehen ausschließlich mit der analogen Mittelformat-Kamera.

Francesca Magistro wurde 1979 in Turin (Italien) geboren und schloss ihr Studium an der University of South Wales (Großbritannien) mit einem Master in Dokumentarfotografie ab. Vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) erhielt sie 2016 ein Stipendium für die Folkwang Universität der Künste in Essen. Seit 2014 ist sie Mitglied des Fotoraum Köln e.V., einer Projekt- und Ausstellungsplattform für zeitgenössische Fotografie.

Luisa Zanzani wurde 1980 in der Nähe von Ravenna geboren. Nach ihrem Design-Studium in Florenz (Italien) verbringt sie zwei Semester an der Hochschule der Bildenden Künste in Saarbrücken, wo sie sich mit den Themen der Reise und des Lebens im Ausland beschäftigt. Nach einigen Jahren Berufserfahrung schließt sie 2010 ihr Fotografie-Studium an der Fachhochschule Bielefeld mit einer Masterarbeit über ihre Heimatregion – die norditalienische Adria-Küste – ab. Ihr fotografisches Werk befasst sich seitdem mit der Beziehung zwischen Mensch und Landschaft.

Francesca Della Ventura ist Kunstkritikerin und -journalistin und hat in Chieti und Udine (Italien) studiert. Nach einigen Jahren Berufserfahrung in internationalen Galerien und Kulturinstitutionen promoviert sie derzeit am Kunsthistorischen Institut der Universität zu Köln. 2018 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universidad Autonoma de Madrid (Spanien). Für die Präsentation ihrer Forschungsergebnisse auf internationalen Kongressen erhielt sie zwei D.A.A.D.-Stipendien.
Seit 2017 ist sie Korrespondentin für das italienische Kunstmagazin Finestre sull’Arte.

Aurora Rodonò arbeitet seit August 2019 als Diversity-Managerin im Rautenstrauch-Joest-Museum in Köln. Außerdem ist sie Lecturer am Institut für Kunst und Kunsttheorie der Universität zu Köln und freie Kulturarbeiterin/Filmdramaturgin. In den letzten Jahren war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Kunst und Kunsttheorie der Universität zu Köln, Projektreferentin bei der Akademie der Künste der Welt (Köln), Juniorprofessorin für italienische Literatur- und Kulturwissenschaft am Institut für Romanistik der Heinrich- Heine-Universität Düsseldorf und wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Forschungs- und Ausstellungsprojekt Projekt Migration (Köln 2005). Zu ihren Publikationen zählen Artikel zur italienischen Migrationsgeschichte, zum Italienbild im bundesdeutschen Kino nach 1960 und zum deutschen und italienischen Migrationskino.

Der Projektraum Fotografie ist ein Raum für Möglichkeiten. Er ist Atelier, Fotolabor, Veranstaltungsort, Bibliothek, Ausstellungsraum, Ort der Begegnung und eine unabhängige Plattform für Fotografie und Kunst.
2010 initiierten drei Fotografen den Raum im Dortmunder Union Gewerbehof. Selbst kuratierte Ausstellungen bilden das Fundament des Programms. Es werden bekannte und unbekannte, nationale und internationale Künstler*innen und Fotograf*innen gezeigt.
PROJEKTRAUM FOTOGRAFIE

Details

Zeitraum:
Datum:
15. September
Zeit:
15:00 – 21:00
Thema:

Veranstaltungsort

Projektraum Fotografie
Huckarderstr. 8 - 12
Dortmund, 44147
Telefon:
0231 5896253
Website:
https://www.projektraumfotografie.de/

Veranstalter

Rosanna D’Ortona
E-Mail:
rosanna@fotoraum-koeln.de