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ISABELL SCHULTE JANA SCHULZ

16. Mai · 11:0028. Juni · 17:00

Isabell Schultes in Bremerhaven gezeigte Arbeiten sind Teil einer vor zwei Jahren entstandenen Reihe. Die Künstlerin produzierte großformatige Zeichnungen, die nacheinander jeweils in einem Prozess von mehreren Monaten entstehen. Ihre Materialien sind unauffällig, pro Zeichnung etwa sechseinhalb Quadratmetern Papier und ein Bleistift. Part I-V zeigt kleinteilige Elemente, die wuchernd das Papier zu erobern scheinen. Ein System von Zeichen, was, präzise gesetzt, im Prozess des Zeichnens vollkommen subjektiv entsteht. Die Zeichnungen sind damit, ähnlich wie eine kartographische Arbeit oder Notation, der Versuch einer Ordnung oder die Überführung komplexer Gegebenheiten in eine andere Form, durch welche sie nachvollziehbar gemacht werden. Isabell Schulte ordnet nicht was mehrere gleichermaßen wahrnehmen können. Die Zeichnungen offenbaren ein Denknetz, Gedanken, die übereinander und nebeneinander verlaufen oder sich wiederholen.

Jana Schulz Videoarbeiten ziehen unvermittelt in eine bestimmte Situation hinein: in der Arbeit „being on concrete“ sind es New Yorker b-boying Tänzer, nachts auf der Straße, ihrem temporären Aufführungs- und Proberaum. Die Künstlerin begibt sich mit ihrer Kamera in geschlossene Strukturen. Als explizit weibliche Kameraführende meist in männlich dominierte soziale Gruppen, die mehr oder weniger durch etwas Gemeinsames zusammengehalten werden. Die äußerliche Gemeinsamkeit dieser Gruppen selbst, ein Treffpunkt, Sport, ein Hobby, wird dabei nebensächlich. „being on concrete“ ist nah, subjektiv und fokussiert. Mit der Arbeit entsteht eine distanzlose Sicht auf die Körperlichkeit des Einzelnen, auf ihn in einem Gefüge und das Gefüge selbst. Die physische Präsenz der Arbeit im Raum verstärkt den Fokus, offenbart gewöhnliche Mimik und Gestik als fast mystisch erscheinende Interaktion.

In der Kunsthalle Bremerhaven kommen die beiden Künstlerinnen Isabell Schulte (*1987) und Jana Schulz (*1984) in einer Präsentation zusammen. Beide aus Berlin, vielmehr ein zufälliger denn vorsätzlicher Fakt. Die Positionen stehen als medial vollkommen unterschiedlich arbeitend nebeneinander. Dieser Zustand, der vorerst an sich nichts Verbindendes ermöglichen soll, birgt die subtile Möglichkeit Themen wie Bewegung, Körper, Zeit, Ordnung, Wiederholung, Subjektivität und Sprache zu umkreisen.

Details

Zeitraum:
Beginn:
16. Mai · 11:00
Ende:
28. Juni · 17:00
Thema:

Veranstaltungsort

Kunsthalle Bremerhaven
Karlsburg 4
Bremerhaven, 27568
Telefon:
047146838
Website:
www.kunstverein-bremerhaven.de

Veranstalter

Lisa Thiele
E-Mail:
mail@lisathiele.de