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FORM UND LEERE. ZEN-MALEREI IN WEST-ÖSTLICHER KORRESPONDENZ RENÉ BÖLL, THORSTEN SCHIRMER & SAMMLUNG WALTER GEBHARD

18. Juni · 13:009. Juli · 18:00

Form und Leere. Zen-Malerei in west-östlicher Korrespondenz
Werke von René Böll und Thorsten Schirmer mit japanischer Zen-Malerei des 16. bis 19 Jahrhunderts aus der Sammlung Walter Gebhard

Die TENRI Japanisch-Deutsche Kulturwerkstatt, Kartäuserwall 20, zeigt vom 19. Juni bis 09. Juli: Form und Leere – Zen-Malerei in west-östlicher Korrespondenz. Die Ausstellung präsentiert in Zusammenarbeit mit der Akademie für west-östlichen Dialog der Kulturen e.V. japanische Zen-Malerei aus der Sammlung Walter Gebhard, die zu den bedeutendsten Privatsammlungen in Deutschland zählt. Den historischen Exponaten werden von den Stilmitteln der Zen-Malerei beeinflusste Werke der deutschen Künstler René Böll und Thorsten Schirmer gegenübergestellt.

Die Zen-Malerei
Verzicht auf Farbe, Reduktion der Form auf wenige, aussagekräftige Pinselstriche und Auflösung der Motive in der allumfassenden Leere des weißen Malgrunds sind die äußeren Kennzeichen der Zen-Malerei. Sie entstand in China zwischen dem 11. und 13. Jahrhundert. In Japan beginnt die Tradition der Zen-Malerei ab dem 14. Jahrhundert, währenddessen aus China eingeführte Werke songzeitlicher Mönchmaler in ihrer neuen Heimat auf ein enthusiastisches Publikum trafen. Der Zen-Buddhismus genoss großzügige Förderung durch die herrschende Klasse des Kriegeradels und nahm im Umkehrschluss starken Einfluss auf sie.
Mönche und professionelle Maler nahmen sich gleichermaßen der Zen-Themen an, die neben Idealportraits der legendären Figuren des Zen auch Landschaften, Pflanzen und Tiere umfassen.

Die Sammlung Walter Gebhard
Prof. Dr. Walter Gebhard (1936-2019) war Inhaber eines Doppellehrstuhls für neuere deutsche Literaturwissenschaft und Didaktik an der Universität Bayreuth. Seine Leidenschaft für die Malerei Ostasiens entfachte sich früh an japanischen Holzschnitten. In den 60er Jahren begann er dann kontinuierlich, chinesische und japanische Malerei und Druckgrafik zu sammeln. Vortragsreisen führten ihn u.a. nach China, Korea und Japan. Auf diesem Wege fügte er seiner Sammlung außergewöhnliche Exponate hinzu, die einen besonderen Schwerpunkt auf die Malerei und Kalligraphie des Zen-Buddhismus legt. Speziell der Sammlungsteil über das künstlerische Wirken chinesischer Zen-Meister der Huangbo-Linie (jap. Obaku) auf japanischem Boden ist außerordentlich selten. Die Sammlung Walter Gebhard darf zu den bedeutendsten Privatsammlungen für ostasiatische Malerei in Deutschland gezählt werden.

René Böll
René Böll wurde 1948 in Köln geboren. 1963 begann er sich autodidaktisch das Zeichnen und Malen anzueignen. Ab 1966 nahm er Unterricht bei Bernhard Müller-Feyen und studierte ab 1967 Malerei und Druckgraphik in Köln und Wien. Bereits Anfang der 70er Jahre folgten erste Arbeiten mit chinesischer und japanischer Tusche, die er ab 1993 neben seinem Werk in europäischen Maltechniken wieder systematisch in sein künstlerisches Schaffen aufnahm. Zahlreiche Ausstellung in Deutschland, Frankreich, Irland, Niederlande, Schweden, Schweiz, Tschechien, Ecuador und den USA machten sein Schaffen international bekannt. Seit den 90er Jahren bereiste er die Ursprungsländer der traditionellen ostasiatischen Tuschmalerei China und Japan, in denen seine Werke auch ausgestellt wurden (u.a. Kunsthalle Chinas in Peking, Kunsthalle Shaanxi in Xian, Kunsthalle Shandong in Jinan, Drachenmuseum in Weifang, Deutsche Botschaft in Beijing, Städtisches Museum Kyoto). 1998 nahm er als einziger westlicher Künstler an der 1. Internationalen Biennale der Tuschmalerei, in Shenzhen teil. Zudem ist er Professor an der chinesischen Kunsthochschule der Beijing Minzu Universität.
Die Tuschmalereien René Bölls schöpfen ihre Inspiration aus dem kalligraphischen Erbe Ostasiens. Der spontane, breit angesetzte Pinselzug, wie wir ihn vor allem in den Werken der hier vorgestellten chinesischen und japanischen Zen-Meister bewundern dürfen, ist sein bevorzugtes Stilmittel. Seine zumeist monochromen Werke sind figürlich-abstrakt und von hoher Expressivität. Ganz wie die ostasiatische Tradition es liebt, kombiniert er gerne Malerei mit Kalligraphie. Literarische Bezüge schafft er sowohl zu chinesischen Zen-Dichtern wie Hanshan, als auch zu westlichen Literaten wie Hölderlin. Eines seiner zentralen Themen ist die Vergänglichkeit der menschlichen Existenz.

Thorsten Schirmer
Thorsten Schirmer wurde 1969 in Hannover geboren. Er arbeitet seit 1984 im Stil der klassischen Zen-Malerei, die er sich rein autodidaktisch angeeignet hat. Auf das traditionelle Landschaftsthema im Zen-Stil der „Verschütteten Tusche“ spezialisiert, gestaltet er seine Werke seit 1996 nur mit den Fingern und schwarzer Tusche. Die auch in China sehr seltene Hinwendung zu diesen alten Ausdrucksformen und Maltechniken brachte ihm im Mutterland dieser Kunst hohe Anerkennung ein. Unter anderem ist er Professor für bildende Kunst an der West Anhui Universität. Seine Werke wurden in China, den USA und in Deutschland ausgestellt. Er verfasst Bücher über die Maltradition Chinas und Japans, die dieser zugrunde liegenden Philosophie sowie ihren kulturellen Hintergrund.
Die von ihm praktizierte Fingermalerei ist eine uralte – wenn auch selten ausgeübte – Technik der ostasiatischen Malerei. Thorsten Schirmer löst die flüchtig angedeuteten Formen seiner Landschaften mittels Verlaufeffekten im leeren Malgrund auf. Die Einheit von Form und Leere ist das zentrale Thema seiner Malerei.

Details

Zeitraum:
Beginn:
18. Juni · 13:00
Ende:
9. Juli · 18:00
Thema:

Veranstaltungsort

Tenri Japanisch-Deutsche KulturWerkstatt e.V.
Kartäuserwall 20
Köln, 50678
Telefon:
0221-9311 9890
Website:
http://www.tenri-kw.de/

Veranstalter

Tenri Japanisch-Deutsche Kulturwerkstatt
E-Mail:
info@tenri-kw.de, m.grati@outlook.de