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ELGER ESSER: Grey Le Gray

31. Oktober 2020 · 11:0016. Januar 2021 · 18:00

Im Titel wortspielerisch angedeutet setzt sich Elger Esser in der Ausstellung Grey Le Gray zum ersten Mal auf seine subtile Art mit dem Werk Gustave Le Grays auseinander, des bedeutendsten Landschaftsfotografen der Mitte des 19. Jahrhunderts.
Die damaligen technischen Einschränkungen – unter anderem die Unmöglichkeit, Farbe wiederzugeben, oder die langen Belichtungszeiten auf Grund der Qualität der Emulsionen – brachten Le Gray (1820-1884) dazu, die gegebenen Möglichkeiten erfinderisch voranzutreiben und mit neuartigen Verfahren zu experimentieren. Die Einzigartigkeit seines Werkes liegt aber auch vor allem darin, dass er als akademisch ausgebildeter Maler nie aufhörte, sich als Künstler zu verstehen, obwohl zu dieser Zeit die Fotografie der Kunst noch nicht als ebenbürtig angesehen wurde. 
Das künstlerische Gespür von Le Gray für den Bildaufbau findet sich in seinen „Marines“ (Seelandschaften) am deutlichsten wieder: Aus der durchdachten Zusammensetzungen von zwei separat voneinander belichteten Negativen – eins für den Himmel und eins für das Meer – erschuf er unglaubliche Bildkompositionen aus Linien, Licht, Kontrasten, aus ruhigen und dynamischen Flächen. Le Gray ging es dabei nicht um die getreue Abbildung der Welt durch die Fotografie, sondern um die Wiedergabe eines Gefühls für diese Welt.
In der aktuellen Ausstellung in der Van der Grinten Galerie werden die jüngsten Werke von Elger Esser präsentiert. 
Die Auseinandersetzung mit dem Werk von Le Gray war der Impuls zu diesen neuen Bildern von Meereslandschaften. Mit ihrer aufs Äußerste reduzierten Farbigkeit und ihren subtilen Tonwerten bilden die auf versilberten Kupferplatten gebrachten Aufnahmen keine bestimmte Landschaft ab, sondern entsprechen der steten künstlerischen Suche Essers nach der Möglichkeit der Darstellung einer Idee von Landschaft, welche er seit Mitte der 90er Jahre konsequent verfolgt. Auf diesem Weg beschäftigt er sich fortwährend mit der Europäischen Bildgeschichte – ob Fotografie oder Malerei – und der Literatur des XIX. Jahrhunderts, mit der ersten wahren Moderne also: Proust, Flaubert, Huysmans, Maupassant, Corot, die Barbizon Schule, Monet, Le Gray.

Anders als bei Le Gray ist Elger Esser ein Fotograf, der zum Maler geworden ist. In seinen Bildern überführt er das Gesehene in eine zeitliche und imaginäre Dimension, die der Gegenwart bewusst jedoch zugleich enthoben ist. Eine erhabene Dimension, die uns mit der Zeit vor und nach unserer Zeit verbindet und die wie ein Echo im tiefen Inneren anrührt.

Elger Esser studierte von 1991 bis 1997 bei Bernd Becher an der Kunstakademie Düsseldorf. Seine Arbeiten sind u.a. in folgenden Museumssammlungen vertreten: Guggenheim Museum New York, Metropolitan Museum of Art New York, Stedelijk Museum Amsterdam, Stiftung Museum Kunstpalast Düsseldorf, Kunsthaus Zürich, Centre Pompidou Paris, Städtische Galerie im Lenbachhaus München, Kunstmuseum Stuttgart, Victoria & Albert Museum, London.

Details

Zeitraum:
Beginn:
31. Oktober 2020 · 11:00
Ende:
16. Januar · 18:00
Thema:
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Veranstaltungsort

Van der Grinten Galerie
Gertrudenstr. 29 (1.Stock)
Köln, 50667
Telefon:
0221/29859175
Website:
http://www.vandergrintengalerie.com

Veranstalter

Nadia van der Grinten
E-Mail:
art@vandergrintengalerie.com