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DIE KUNST IST EINE ANGELEGENHEIT DES GEISTES

4. September · 17:00

Künstlerforum Bonn 04.09. – 25.09.2022

Vernissage: Sonntag, 04.September, 17 Uhr
(Einführung: Ulrich Bergmann)

kunstgruppe plan B & Gäste sind
Tina Oelker
Martina van de Gey
Thomas Baumgärtel
Siegfried B. Collas
Rainer Maria Jaenicke
Goedart Palm
Jaume Rocamora
Joseph Schnorrenberg
Alex Studthoff
Ulf Umlauff
Hans Gerd Weise

Platons Geringschätzung der Kunst stützt sich auf die idealistische Abstufung der Wirklichkeit hin zum Schein, der sich vom Realen entfernt und nur noch von ferne eine Wahrheit ahnt, ohne sie je zu erfassen. Wenn der Künstler einen Gegenstand malt, ahmt er ihn nach und ist von der göttlichen Idee noch weiter entfernt, als es der sinnlich erfahrbare Gegenstand ist. Bilder von Objekten sind zudem nur zweidimensional, also fixieren ein Phänomen, das den Gegenstand in seiner sinnlichen Fülle notwendig verfehlt. Das Bild in Platons Wirklichkeitskonzept löst sich nie vom Schein und der Urheber regrediert darin zum Produzenten einer höchst unvollkommenen Wirklichkeitsillusion. Das hat die Kunst nicht daran gehindert, ihre Wirklichkeitssuche als ein a priori vergebliches Unterfangen aufzugeben, weil der Anspruch produktiv wurde, gerade in der phänomenologischen Reduktion die höhere Wahrheit zu erkennen. Dieser Weg aus der platonischen Höhle ist im Gleichnis nicht vorgesehen. Beschritten haben ihn andere, etwa Hegel, demnach die Aufgabe des Künstlers darin besteht, “die Idee für die unmittelbare Anschauung in sinnlicher Gestalt darzustellen.” Von da führt ein weiterer Weg zu einer Idee der Kunst, die einen autonomen Geltungsanspruch verfolgt, also eine eigene Wirklichkeit und Wahrheit zu konstituieren, die zu jener vorgängigen Realität in ein virtuelles und korresponsives Spannungsverhältnis tritt. Es geht gegenwärtig längst nicht mehr um Mimesis, sondern um Neuschöpfungen, die sich Konstruktionsweisen verdanken, die ihr Material der sogenannten Wirklichkeit entlehnen und neu formen, um eine andere, bessere Welt zu entwerfen. Hier stehen wir heute, fernab von Platons Höhle, die das neu geschaffene Ding nicht als Vorwurf im mehrfachen Wortsinne einer virtuellen Welt begreifen wollte.

Goedart Palm

PLATONS HÖHLE
Platons fast 2500 Jahre alten und hochaktuellen Text beleuchten kunstgruppe plan B & Gäste in einer großen, gemeinsam gestalteten Collage. Illustrativ und interpretierend wird das literarische Thema aus verschiedenen künstlerischen Positionen heraus bebildert.

Aktuelle Informationen zur Ausstellung: facebook.com/kunst.planB

Details

Zeitraum:
Datum:
4. September
Zeit:
17:00
Thema:
,

Veranstaltungsort

Künstlerforum Bonn
Hochstadenring 22-24
Bonn, 53119
Telefon:
02289695309
Website:
kuenstlerforum-bonn.de

Veranstalter

Joseph Schnorrenberg
E-Mail:
hans.schnorrenberg@t-online.de