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Charlie Roberts ´Weird World` & Martin Weidemann ´Bad Hair`

10. März 2017 · 18:0015. April 2017 · 16:00

Charlie Roberts

´Weird World`

Opening
Friday, March 10, 2017, 6-9pm

Exhibition
March 11 – April 15, 2017

Warhus Rittershaus
An der Schanz 1a
50735 Cologne
www.warhusrittershaus.de

&

Martin Weidemann

´Bad Hair`

Opening
Friday, March 10, 2017, 6-9pm

Exhibition
March 11 – April 15, 2017

Warhus Rittershaus / Basement
An der Schanz 1a
50735 Cologne
www.warhusrittershaus.de

Man is not able to see the world as a whole. Only by focussing on certain areas in his field of vision and by leaving other areas in the background, can he cognitively process the impressions of his environment. The unfiltered and uniform absorption of the outside stimuli of all senses can mean only stress. Perception, therefore, always means the selection and channelling of sensory stimulus. Within a fraction of a second, important information is distinguished from unimportant information and evaluated according to our internal criteria. Our awareness must concentrate on patterns and structures that we are already familiar with. Our habitual surroundings, objects and processes need not constantly be captured and assessed anew, but are merely registered as given. The everyday creates a fairly reliable framework of reference and regulation for us, on the basis of which we make our decisions and take actions.

In it’s constant return, however, the everyday loses it’s distinctiveness. The characteristic properties of well-known places and objects begin to wear out over time. The familiar fades and gradually falls into the background. Like the pattern of a wallpaper, our everyday environment consists of recurring forms and structures, which are all registered but scarcely noticed. Beautiful and ugly can exist indifferently on one level side by side without leaving any impression with us.

At the same time, the everyday and the ordinary form the background against which the non-everyday and the extraordinary can first be seen. The extraordinary is neither better nor worse, but primarily: different. While the everyday remains discreetly in the background, the extraordinary always comes with the promise to be new and exciting. But the extraordinary will also wear out over time and sink to the level of the ordinary. It’s particular features are no longer perceived as such. Oh, we had that!
However, in certain situations, sometimes under certain circumstances – sometimes even a years later – it can occur that familiar places, objects or forms suddenly arouse our interest. The familiar, almost forgotten, steps forward from the background and once again becomes the focus of our attention. Certain features and characteristics, which have remained unnoticed for a long time, suddenly gain a different appearance in changed contexts and under changed focus. The familiar of everyday then appears in an unwonted way: new, beautiful or simply ugly in a different way.

Der Mensch ist nicht in der Lage, die Welt als Ganzes in den Blick zu bekommen. Nur wenn er bestimmte Bereiche seines Gesichtsfeldes fokussiert und andere Bereiche in den Hintergrund treten lässt, kann er die Eindrücke seiner Umgebung kognitiv verarbeiten. Die ungefilterte und gleichmäßige Aufnahme von Sinnesreizen bedeutet nur Stress für ihn.

Wahrnehmung heißt also immer Auswahl und Kanalisation von Sinnesreizen. Innerhalb eines Sekundenbruchteils werden wichtige von unwichtigen Informationen unterschieden und nach internen Kriterien bewertet. Unser Bewusstsein konzentriert sich dabei zunächst auf Muster und Strukturen, die ihm bereits vertraut sind. Gewohnte Umgebungen, Gegenstände und Vorgänge müssen nicht immerzu aufs Neue erfasst und beurteilt werden, sondern werden lediglich als gegeben registriert. Das alltäglich Vertraute stellt für uns einen einigermaßen verlässlichen Bezugs- und Ordnungsrahmen her, auf dessen Basis wir unsere Entscheidungen und Handlungen treffen.

In seiner ständigen Wiederkehr verliert das Alltägliche allerdings an Prägnanz. Die charakteristischen Eigenschaften von vertrauten Orten und Gegenständen beginnen sich mit der Zeit abzunutzen. Das Vertraute verblasst und tritt allmählich in den Hintergrund. Wie das Muster einer Tapete, so setzt sich unser alltägliches Umfeld aus wiederkehrenden Formen und Strukturen zusammen, die zwar allesamt registriert aber kaum noch beachtet werden. Schönes und Hässliches können dabei unterschiedslos auf einer Ebene nebeneinander existieren, ohne noch irgendeinen Eindruck bei uns zu hinterlassen.

Das Alltägliche und Gewöhnliche bildet aber zugleich den Hintergrund, vor dem sich das Nicht-Alltägliche und Außergewöhnliche allererst abzeichnen kann. Das Außergewöhnliche ist dabei weder besser noch schlechter, sondern zunächst einmal nur: anders. Während sich das Alltägliche diskret im Hintergrund hält, tritt das Außergewöhnliche stets mit dem Versprechen auf, neu- und andersartig zu sein. Doch auch das Außergewöhnliche wird sich mit der Zeit abnutzen und zum Gewöhnlichen herabsinken. Seine Besonderheit wird nicht länger als solche wahrgenommen. Oh, we had that!

In gewissen Situationen, unter veränderten Voraussetzungen – manchmal erst Jahre später – kann es jedoch passieren, dass vertraute Orte, Gegenstände oder Formen plötzlich, hoppla, wieder unsere Interesse wecken. Das Vertraute, fast schon Vergessene, tritt aus seiner Hintergrundpräsenz nach vorne und rückt erneut ins Zentrum unserer Aufmerksamkeit. Bestimmte Merkmale und Eigenschaften, die lange Zeit unbeachtet geblieben sind, gewinnen in veränderten Kontexten und unter veränderter Fokussierung, auf einmal ein anderes Erscheinen. Das alltäglich Vertraute wirkt dann auf ungewohnte Weise neu, schön oder einfach nur anders hässlich.

Text Clemens Rathe

Supported by Gaffel Kölsch

Same time, same place:
Galerie Hammelehle und Ahrens: Thomas Grötz
Krupic Kersting Galerie: Anna Lena Anton, Stefan Seelge
Berthold Pott: Jonathan Binet



Details

Beginn:
10. März 2017 · 18:00
Ende:
15. April 2017 · 16:00
Veranstaltungskategorien:
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Veranstaltungsort

Warhus Rittershaus
An der Schanz 1a
Cologne, 50735
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