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Aftermath

21. Juni · 19:0026. Juli · 18:00

Tammo Lünemann, Joakim Ojanen, Kiko Pérez, Jim Thorell, Sam Windett
Kuratiert von Pierre Knop

22. Juni – 27. Juli 2018
Eröffnung: 21. Juni, 19 Uhr

Die Gruppenausstellung AFTERMATH stellt mit Tammo Lünemann (*1988 in Leer), Joakim Ojanen (*1985 in Västerås), Kiko Pérez (*1982 in Vigo), Jim Thorell (*1981 in Stockholm) und Sam Windett (*1977 in Kent) fünf junge, zeitgenössische Positionen vor, deren künstlerische Auseinandersetzungen sich im Bildgedächtnis des Künstlers Pierre Knop festgeschrieben haben. Mit AFTERMATH (dt. Nachhall) präsentiert er eine Schau, die sich aus der Nachwirkung dieser subjektiven Erinnerungen speist. Ein Archiv der persönlichen Bildwahrnehmung, festgehalten für den gegenwärtigen Moment. Zugleich besitzen die Werke selbst einen internen Nachhall. Spuren vorangegangener Gedanken oder Prozesse der Bildgenese werden im Kontext der Ausstellung sichtbar. Hier und da scheinen Zeit und Raum entrückt.

Teil dieses visuellen Nachklangs bilden die Werke des Künstlers Tammo Lünemann. Der Bildhauer setzt sich intensiv mit Materialfragen auseinander und forscht an einer multi-medialen Arbeitsweise. Das Element Sprache steht dabei gleichwertig im Fokus seiner Auseinandersetzung, nicht zuletzt aufgrund seiner schriftstellerischen Tätigkeit. In der Ausstellung AFTERMATH arrangiert der Künstler teilweise sehr persönliche Text- und Bildelemente kollagenhaft auf einem alltäglich wirkenden Buchständer. Dieser fungiert als Schnittstelle zwischen Objekt und Sprache sowie als narrative Rahmung eines Ensembles, das unserer Zeit entrückt erscheint. Durch die fiktive und doppeldeutige Erscheinung der Objekte versiegt der spontane Impuls des Betrachters, die Text- und Bildexponate kulturgeschichtlich einzuordnen.

Ausgehend von der Formensprache an der Schnittstelle von Popkultur und Street Art, entführt uns Joakim Ojanen mit seinen traditionell hergestellten Keramikskulpturen in ein zutiefst persönliches Universum voller einzigartiger Charaktere. Auf den ersten Blick erscheinen diese in Gemeinschaft versammelten Figuren komödiantisch und grotesk, die Werktitel unterstützen diesen ersten Eindruck. Auf den zweiten Blick erzählen sie jedoch von stillen, zarten oder auch emotional aufgeladenen Momenten des menschlichen Ausdrucks und versetzen den Betrachter in einen Zustand des Hinterfragens der subjektiven Wahrnehmung und menschlichen Psyche.

Der Maler Kiko Pérez verbindet in seinem Werk die Idee der Malerei mit bildnerischen Mitteln der Collage. Die aus gefärbten Papierblättern oder Folien durch eine spezielle Schnitttechnik entnommenen, fragilen Formen arrangiert der Künstler auf Leinwand oder Holz. Mit der Transformation der ursprünglichen Form in eine neue, verschwinden beinahe alle malerischen Spuren. So ist die Malerei zwar wichtiger Bestandteil bei der Produktion im Sinne der Lackierung oder Kolorierung der Formen, sie rückt jedoch am Ende gänzlich in den Hintergrund. Kiko Pérez’ Collagen entfalten aufgrund ihrer Materialfinesse, der Wechselwirkung der kompositorischen Elemente aus Malerei und Collage und der daraus resultierenden Dynamik mitunter eine musikalische Poesie.

Ein Grenzgänger zwischen den Medien ist auch Jim Thorell. Seine Arbeiten sind Hybride aus Zeichnung und Malerei und entführen den Betrachter in seltsame Bildwelten. Dort stoßen wir auf Figuren, die in ihrer surrealen, fragmentarischen Darstellung weder zeitlich noch räumlich zu verorten sind. Der fast organisch wirkende Bildkosmos betont mit seinen fluiden Farbflächen und Linien eine fortwährende, sanfte innere Dynamik, die den Blick des Betrachters zwar subtil leitet, jedoch schweifen lässt.

Ähnlich wie bei Kiko Pérez steht bei Sam Windett der Nexus von Malerei und Collage im Vordergrund. Der konstante Wechsel von malerischen und collagierten Momenten führt zu einer sehr eigenständigen Bildwirkung. Dieses All-over besitzt einerseits eine malerische Qualität, andererseits entfalten die Flächen und Texturen auf der Leinwand einen bewegten, puzzleartigen Bildraum. Jede Schicht, die der Künstler hinzufügt, verschleiert das, was da war und löscht somit Teile der Bildsprache aus. Damit erzeugt der Künstler eine Atmosphäre, die die hinter den Oberflächen auftauchenden fiktiven Räume/Landschaften einfärbt.

Alle fünf Positionen zeugen von einer höchst differenzierten Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten der Malerei und Bildhauerei. Die Künstler verhandeln geschickt durch Kombination verschiedenster Formen und Materialien deren jeweiligen inhärenten Eigenschaften. Dieser selbstverständliche, Genregrenzen überschreitende Umgang mit Material und Form legt sich dabei wie ein roter Faden über die präsentierten Arbeiten und erzeugt im besten Fall Bewegungen mit Nachhall.

Details

Zeitraum:
Beginn:
21. Juni · 19:00
Ende:
26. Juli · 18:00
Thema:

Veranstaltungsort

Setareh Gallery Galerie Hohe Straße
Hihe Straße 53
Düsseldorf, 40213
Telefon:
+49 (0)211 8282 7171
Website:
setareh-gallery.com

Veranstalter

Laura-Sophie Giorgio
E-Mail:
info@setareh-gallery.com