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7.9.-24.11.2019, Katia Kameli: She Rekindled the Vividness of the Past, Kunsthalle Münster

6. September · 19:0024. November · 19:00

„Welche Sprache sprichst du Fremde*r? … Sag, woher kommst du? Von weither? Es macht keinen Unterschied, hier ist jede*r ein Außenseiter*in.“ Mit diesen Worten lädt Abderrahim Al Azalia in dem Film The Storyteller von Katia Kameli die Besucher*innen der Kunsthalle Münster ein, in die Halqa – den Kreis der Zuschauer*innen – einzutreten und seiner Geschichte zu lauschen.

Mit „Katia Kameli: She Rekindled the Vividness of the Past“ zeigt die Kunsthalle Münster die erste institutionelle Einzelausstellung der französisch-algerischen Künstlerin in einer deutschen Institution. Die Ausstellung handelt vom Erzählen von Geschichte(n) und lädt dazu ein, sich mit der Konstruktion und Dekonstruktion von Geschichte auseinanderzusetzen. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der komplexen Beziehung von Kolonialismus und Post-Kolonialismus sowie dem nachkolonialen Erinnern. In ihrer Auseinandersetzung mit der Geschichte Algeriens, dem Schreiben ihres algerischen Romans führt Kameli vor Augen, dass sich der Begriff des Post-Kolonialen keineswegs in einem zeitlichen Danach erschöpft, sondern eng mit den sozialen Konflikten der Gegenwartsgesellschaft zusammenhängt. In ihren Werken geht die Künstlerin der Macht von Narrativen nach, der Rolle der Bilderfabrik sowie deren Bedeutung für das Herausbilden einer nationalen Identität. Sie untersucht, wie sich koloniale und postkoloniale Geschichte in Bildern manifestiert und wie deren Existenz aber auch deren Absenz das politische Erbe eines Landes nachhaltig prägen. Sie fragt, welche Rolle Bilder in der Wissensproduktion spielen, welche politische und kulturelle Macht sie nicht nur für die gegenwärtige Geschichtsschreibung Algeriens, sondern auch ganz generell besitzen. Kameli wirft Fragen zu vorherrschenden Machtverhältnissen auf, die auch jene nach der visuellen Definitionsmacht einschließen. Dabei blickt sie nicht nur in die Vergangenheit, sondern führt vor Augen, wie sich diese in die Gegenwart und die Zukunft einschreibt.

Biografie: Katia Kameli (geboren 1973 in Clermont-Ferrand, lebt in Paris) ist Künstlerin und Filmemacherin. Ihre Werke wurden in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt, u. a. im CRP Hauts-de-France (2018), auf der Dakar Biennale (2018), der Biennale Rennes (2018), der Biennale für aktuelle Fotografie, Heidelberg – Mannheim – Ludwigshafen (2017), im Centre Pompidou, Paris (2016), im Mucem, Marseille (2016), in der Taymour Grahne Gallery, New York (2014), im Bozar, Brüssel (2014), auf der Lubumbashi Biennale, Kongo (2013), der Marrakech Biennale (2012) und der Bamako Biennale (2011). 2006 und 2011 inszenierte Katia Kameli für junge Regisseure aus Algerien, Marokko und Tunesien in Algier die Videoplattformen „Bledi in Progress“ und „Trans-Maghreb“.

Fotocredit:
Katia Kameli, Friday Number Sixteen, 2019
Fotoinstallation, Tintenstrahldruck, 120 x 80 cm
Courtesy the artist

Details

Zeitraum:
Beginn:
6. September · 19:00
Ende:
24. November · 19:00
Thema:
,

Veranstaltungsort

Kunsthalle Münster
Hafenweg 28, 5. Stock
Münster, 48155
Telefon:
0 251-49 24 191
Website:
www.kunsthalle.muenster.de

Veranstalter

Verena Voigt PR
E-Mail:
kontakt@verena-voigt-pr.de