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Thomas Brummett. Of Earth, Heaven and Light
19. Januar 2017 · 18:00 – 1. April 2017 · 18:00
Die Galerie Karsten Greve freut sich, neue Arbeiten von Thomas Brummett (*1955) zu präsentieren, die zwischen 2013 und 2016 entstanden sind. Das eindrucksvolle Werk des US-amerikanischen Fotografen besticht durch eine malerische, atmosphärische Wirkung, die in einem aufwendigen technischen Verfahren erzeugt wird. Ausgehend von der isolierten Beobachtung eines natürlichen Gegenstandes hält Brummett neben Pflanzen und Tieren auch flüchtige Erscheinungen wie ein Staubkorn, oder Schimmelpartikel fest. In einem zweiten Schritt durchläuft das auf einem Schwarz-Weiß-Film festgehaltene Motiv einen Wandel, indem Brummett den Silbergelatineabzug manipuliert. „Ich stelle zunächst einen schwarzen Abzug des Bildes her und erwecke ihn dann durch Bleichen, Bürsten und den neuerlichen Entwicklungspro-zess zum Leben. Jedes Bild ist einzigartig weil der Vorgang an sich vom Zufall bestimmt wird. Das Bleichen greift das Metall im Papier an und frisst es buchstäblich auf.“ (Brummett) Der Darstellungsgegenstand ver-schwindet stellenweise, um von einer weichen Sepia-Tonigkeit umspült wieder in Erscheinung zu treten. Das Original, mit Spuren des Entwicklungsprozesses selbst versehen, wird eingescannt, vergrößert und erlangt anschließend als Pigmentdruck seine endgültige Form. Durch die extreme, übernatürliche Nahansicht erhält das Motiv eine unwirkliche Ausstrahlung, eine Aura des Absoluten.
Wie die Wissenschaft und die Religion bzw. Philosophie, deren Erkenntnisse sich Brummett zu Eigen macht, begibt er sich auf die Erforschung des Ursprungs des Lebens. Durch die gezielt eingesetzte Ästhetik, die Erscheinungsformen der Vergangenheit evoziert, werden seine Werke zu Zeugnissen einer zeitlosen, ewigen Sinnsuche.
Dabei wendet sich Brummett auch ungegenständlichen Phänomenen zu, wie den sog. „Zerstreuungskreisen“, ein optischer, von der Linse erzeugter Effekt (Light Projections). Nach Brummett ist „das Licht Teil der natürlichen Welt, es bildet die Grundlage allen Lebens und der Energie. Ich habe hier meine Aufmerksamkeit nicht von der Natur abgewendet, sondern sie vielmehr auf ihre Essenz gerichtet. Ich habe die Natur auf ihre reinste Form reduziert – Licht“.
In seinen Serien Infinities und Light Projections lässt sich die Auflösung des Gegenstandes in die Abstraktion bei gleichzeitiger Sichtbarmachung fotomechanischer Prozesse nachvollziehen. Staubpartikel und Schimmelsporen – für das bloße Auge kaum sichtbar- erlangen mittels Zoom und künstlicher Lichtsituation eine kosmi-sche Dimension, erscheinen wie Galaxien und Nebelwirbel im Weltall. Mikro- und Makrokosmos fallen so zu-sammen, werden eins.
Brummett scheint die Unendlichkeit einfangen zu wollen, die sich zwischen der kleinsten und größten Einheit erstreckt. Unweigerlich erinnert dieser ganzheitliche, das ganze Universum beschreibende Ansatz an die Reise von Charles und Ray Eames in ihrem Film Zehn Hoch (1977) und die gewonnene Erkenntnis, das „letztendlich alles miteinander verbunden ist.“ (C. Eames)
Öffnungszeiten der Galerie:
Di – Fr 10 – 18.30
Sa 10 – 18.00
