- Diese Veranstaltung hat bereits stattgefunden.
IT’S ALL RHEYDT. PREMIERE DER GLEICHNAMIGEN VIDEOARBEIT UND KÜNSTLERGESPRÄCH MIT GREGOR SCHNEIDER UND LUDWIG SEYFARTH
24. Mai 2016 · 19:00 – 21:00
Jeden Herbst findet im westbengalischen Kolkata das Durga-Purja-Festival, eines der größten Hindu-Feste Indiens, zu Ehren der Göttin Durga statt. Für die Dauer von zehn Tagen werden traditionell Altare und Bühnen errichtet.
2011 realisierte Gregor Schneider mit der Förderung des dortigen Goethe Instituts einen ungewöhnlichen Tempelbau samt Statuen der Göttin, der in die festlichen Rituale eingebunden wurde. Die Vorlage für den Bau war ein Straßenabschnitt und der Keller seines berühmten Haus u r in Mönchengladbach-Rheydt. Um neunzig Grad gekippt ragte das aus Bambus, Holz und Lehm nachgebaute Stück Straße dreißig Meter in den Himmel. Durch ein Loch in der Straße strömten vier Millionen Pilger in den ebenfalls um neunzig Grad gekippten Keller, in dem religiöse Handlungen vollzogen wurden. Höhepunkt des Festes bildete ein Umzug durch die Stadt, bei dem die Statuen der Göttin und Teile der Straße und des Kellers symbolisch im Fluss verabschiedet wurden.
Schneider zog einen Tag darauf sämtliche Materialien wieder aus dem Wasser. Diese sollten auf Einladung der evangelischen Landeskirche Kurhessen-Waldeck parallel zur documenta d(13) an der Kasseler Karlskirche angebracht und dort ein religiöses Fest gefeiert werden. Das wurde seitens der documenta d(13) verhindert, die im öffentlichen Raum der Stadt nur eigene Projekte zuließ.
Erstmals ist der It’s all Rheydt dokumentierende Film öffentlich zu sehen. In einem Gespräch zwischen Gregor Schneider und Ludwig Seyfarth werden das Aufsehen erregende Projekt sowie die in der Ausstellung gezeigten Werke Schneiders erörtert.
